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Archive-name: de/comp/linux/dcoul-faq/section0
Posting-frequency: monthly
Last-modified: 2003-11-30 09:19:40
Version: CVS revision 1.45
URL: http://www.dcoul.de/faq/
http://www.dcoul.de/faq/
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0. Ist Linux das Richtige für mich? oder: Einarbeiten in Linux
0.1 Warum Linux? oder: Ist Linux das richtige für mich?
Häufig taucht in den Newsgroups die Frage auf, ob es sich lohnt, von einem
anderen Betriebssystem auf Linux umzusteigen oder ob man das besser lassen
sollte. Dazu möchte ich mit freundlicher Genehmigung des Autors hier
auszugsweise einen Artikel von Bernhard Oemer wiedergeben, den er mit der
Message-ID <[EMAIL PROTECTED]> in de.comp.os.unix.linux.newusers
gepostet hat und der IMHO eine recht gute Zusammenfassung von Pro und Kontra
eines Umstiegs darlegt:
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From: Bernhard Oemer <[EMAIL PROTECTED]>
Subject: Re: Warum Linux?
> Hallo, ich, bisher Window'95 -Benutzer, moechte mich verbessern und eventuell
> umsteigen. Bin allerdings kein Computerfreak, habe nur geringe bis keine
> Grundkenntnisse und wuerde trotzdem gerne wissen, ob was an Linux so toll ist
Also erstmal - never change a running system. Wenn Du (was ja vorkommen
soll) mit Win95 wirklich zufrieden bist, dann gibt es keinen Grund
umzusteigen. Ein Umstieg auf Linux (ohne jede Unixerfahrung) ist mit
einem erheblichen Lernaufwand verbunden, da Linux konzeptionell in
mehr als einer Hinsicht das diametrale Gegenteil von Win95 darstellt:
Transparenz vs. Black Box:
Linux ist ein offenes System, d.h. *alle* Systemparameter sind
zug"anglich, wichtige Ereignisse werden mitgelogt und umfangreiche
Diagnosem"oglichkeiten stehen zur Verf"ugung. Viele Win95 user haben
Schwierigkeiten, diese Informationen richtig zu verwenden, da sie
gewohnt sind, Programme als blackboxes zu betrachten und bei Problemen
gleich zum Holzhammer (Neuinstallation, Service-Pack einspielen)
greifen.
Konfigurierbarkeit vs. Plug'n'Play:
Linux ist als System auf maximale Konfigurierbarkeit und Flexibilit"at
ausgelegt, w"ahrend Windows oft die M"oglichkeiten des Useres
zugunsten einfacherer Bedienung und schnellerer Anfangserfolge
einschr"ankt.
M"achtigkeit vs. "Intuitiver" Bedienung:
Unix Programme sind i.a. auf effiziente Bedienung durch den erfahrenen
User und auf weitestgehende Automatisierbarkeit hin optimiert. Fast
kein Programm ist ohne vorheriges Studium der Doku benutzbar, viele
wichtige Progamme haben "uberhaupt kein graphisches Interface, sondern
sind nur via Kommandozeile zu bedienen.
Orthogonalit"at vs. Integration:
Mit ein Grund f"ur die hohe Stabilit"at von Linux ist das Prinzip der
Orthogonalit"at d.h. ein Programm erf"ullt genau einen Zweck.
W"ahrend z.B. Dein Outlook Express gleichzeitig Newsserver, NTA
(News Tranport agent) und Newsreader spielt, werden unter Unix f"ur
jede dieser Aufgaben spezialisierte (und austauschbare) Tools verwendet.
Die so gewonnene Flexibilit"at wird nat"urlich mit einem erh"ohtem
(einmaligen) Installationsaufwand bezahlt.
Multiuser vs. Singleuser:
Unix ist ein Multiuser/Multitasking OS. Das hei"st mehrere User
k"onnen das System gleichzeitig benutzen und werden durch System von
User- und Gruppenrechten voneinander abgeschirmt. Auch als einzelner
User kannst Du von der erh"ohten Sicherheit durch die strikte Trennung
von Administration und Benutzung profitieren, was allerdings (wie
jedes Sicherheitssystem) eine gewisse Disziplin erfordert.
Wenn Du Dich entscheiden solltest, auf Linux umzusteigen (auch ein
dual-boot Betrieb mit Windows ist m"ogl.), dann solltest Du Dir
jedenfalls ein Buch zulegen und mit einer mehrw"ochigen
Einarbeitungszeit rechnen, bis Du mit dem System halbwegs
zurechtkommst.
0.2 Welche Linux-Distribution ist die beste?
Diese Frage wird sehr oft gestellt und wurde daher schon ad nauseam in dcoul*
durchgekaut, wenn dir die folgenden Informationen nicht ausreichend erscheinen,
sieh dir bitte die unzähligen Diskussionen dazu im Archiv von Google
<http://groups.google.com/groups?as_q=beste%10Distribution&num=100&as_ugroup=de
.comp.os.unix.linux.*> an, anstatt die Frage erneut zu stellen.
Es gibt keine beste Linuxdistribution, das ist eine Frage der persönlichen
Vorlieben. Die verschiedenen Distributionen haben unterschiedliche
Schwerpunkte, jeder muss für sich entscheiden, was ihm besser gefällt. Häufig
ist es sinnvoll, sich zumindest etwas an dem zu orientieren, was Bekannte
benutzen, da man so einfacher Ansprechpartner bei Problemen findet, ohne dabei
die Besonderheiten verschiedener Distributionen beachten zu müssen, welche in
manchen Fällen für Einsteiger etwas verwirrend sein können. Die in Deutschland
am weitesten verbreiteten Distributionen dürften nach den News zu urteilen
Debian, RedHat und SuSE sein (Aufzählung in alphabetischer Reihenfolge).
Im folgenden werden die Distributionen etwas genauer beschrieben. Sollte eine
Distribution dabei besser aussehen, ist das nicht beabsichtigt.
* Debian <http://www.de.debian.org/>. Diese Distribution ist dafür bekannt,
dass sie komplett von Freiwilligen entwickelt wird und keinerlei
kommerzielle Interessen verfolgt. Im Gegensatz zu den von Unternehmen
herausgebrachten Distributionen muss man sich deshalb bei Debian Support
von Drittfirmen kaufen. Früher galt Debian als wenig einsteigerfreundlich,
das darf man aber inzwischen als Vergangenheit bezeichnen. Die Debian
Distribution wird im Vergleich eher selten aktualisiert, dafür sind die
Versionen aber durch lange Tests als sehr ausgereift und sicher bekannt.
Wichtig: Debian Benutzer sollten darauf achten, immer die stable Version zu
verwenden. testing und unstable können (und das kommt auch durchaus vor)
jederzeit gravierende Fehler aufweisen, die Datenverluste o.ä. nach sich
ziehen.
Debian benutzt ein eigenes Paketformat .deb
Debian produziert keine eigenen Installations-Medien, es gibt aber CDs oder
DVDs (diese erstmals mit dem neuen Release Debian 3.0/Woody) von diversen
Firmen, eine Liste findet sich unter
http://www.de.debian.org/CD/vendors/#de.
* SuSE <http://www.suse.de/>. Bekannt geworden als erste "echte" deutsche
Linuxdistribution wird SuSE oft für Einsteiger empfohlen. Diese Empfehlung
kann man auch auf Grund eines umfangreichen Handbuchs durchaus beibehalten;
allerdings sind andere Distributionen inzwischen ebenso weit. Kauft man
eine "echte" SuSE (und keine Evaluationsversion aus einer Zeitschrift o.ä.)
bekommt man 60 Tage (SuSE Linux Personal) bzw. 90 Tage (SuSE Linux
Professional) kostenlosen Installationssupport dazu.
SuSE verwendet das RPM Paketformat und bringt quartalsweise neue Versionen
heraus. SuSE ist auch auf DVD zu bekommen.
* RedHat <http://www.redhat.de> TODO
* Mandrake <http://www.mandrakesoft.com> TODO
0.3 Wo finde ich deutschsprachige Dokumentation zu Linux?
Im Deutschen Linux HOWTO Projekt (DLHP). Die Texte sind unter
http://www.linuxhaven.de/dlhp/ bzw.
http://www.linuxhaven.de/dlhp/FTP/
zu beziehen. Weiterhin werden regelmäßig deutschsprachige Infotexte in
de.comp.os.unix.linux.infos gepostet, die man unbedingt gelesen haben sollte,
bevor man Fragen in der de.comp.os.unix.linux-Hierarchie stellt.
0.4 Welche Bücher gibt es zu Linux?
In de.comp.os.unix.linux.infos wird wöchentlich eine Bücherliste gepostet, im
Web ist sie unter http://strg-alt-entf.org/buecherfaq.txt zu finden.
0.5 Welche Zeitschriften gibt es zu Linux?
Mittlerweile existieren sowohl mehrere internationale als auch deutsprachige
Zeitschriften die sich dediziert Linux und Artverwandten Themen widmen.
Beispiele:
* Linux-Journal <http://www.linuxjournal.com/>
* Linux Magazine <http://www.linux-mag.com/>
* LinuxUser <http://www.linuxuser.co.uk/>
* Linux Answers <http://www.linuxanswers.co.uk/>
* Linux World <http://www.linuxworld.com.au/>
* Linux-Magazin <http://www.linux-magazin.de/>
* Linux-User <http://www.linux-user.de/>
* Linux-Enterprise <http://www.linuxenterprise.de/>
* UNIX OPEN <http://www.unix-open.de/>
* FreeX <http://www.cul.de/freex.html>
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Build: 30.11.2003
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