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<2003-09-21> CPU+Mainboard FAQ - Kapitel 12/14 - Montage





Archive-name: de/comp/hardware/cpu+mainboard/kapitel_12
Posting-frequency: monthly
Last-modified: 2003-09-21
URL: http://dch-faq.de/kap12.html
Disclaimer: Approval for *.answers is based on form, not content.

12. Montage 
===========

 12.1 Grundlagen
 =============== 

 Bevor ein Mainboard überhaupt in ein Gehäuse eingebaut werden kann,
 muss man es bekanntlich aus der Verpackung nehmen - was durchaus zum
 Problem werden kann. Viele sind sich nicht bewusst, was beim
 unachtsamen Hantieren mit elektronischen Bauteilen passieren kann. Das
 Hauptproblem liegt in der statischen Aufladung einer Person, die beim
 Kontakt mit einem leitenden Bauteil eine elektrische Ladung an das
 Bauteil abgibt - und es somit im schlimmsten Fall zerstören kann. 
 Besonders gefährlich ist dies bei Produkten mit offen liegenden 
 Leiterbahnen- oder Pins, wie Mainboards, CPUs, Speichermodule oder den 
 offen liegenden Platinen an der Unterseite von diversen Laufwerken. All 
 diese Dinge sollte man generell nicht berühren, falls es sich vermeiden 
 lässt.

 Soweit die Theorie. In der Praxis ist das häufig alles halb so wild;
 trotzdem sollte man auf eine halbwegs antistatische Arbeitsweise 
 achten. Also: Schuhe mit dicken Gummi-Sohlen ausziehen und möglichst 
 wenig Kleidungsteile übereinander anziehen (weil Reibung statische 
 Aufladung bewirkt; Rollis aus Polyester sind die Stromerzeuger 
 schlechthin). Vor dem Auspacken der Bauteile aus der (hoffentlich 
 vorhandenen) Antistatikhülle sollte man sich selber, den Computer und 
 die neue Komponente auf ein gemeinsames elektrisches Potential bringen.
 Dafür kann man eine geerdete, möglichst unlackierte, metallische Stelle
 im Haus anfassen, wie etwa einen Heizkörper. So können die
 überschüssigen Ladungen abfließen. Wenn der Mensch sich an der Heizung
 auf Erdniveau gebracht hat, ist aber noch lange nicht gewährleistet, 
 dass sich Mainboard und PC-Gehäuse (welche zum Zeitpunkt des Einbaus 
 nicht über das Netzkabel geerdet sind) ebenfalls auf Erdniveau befinden.
 Ergo bringt das alleinige Berühren der Heizung durch den Menschen
 nichts. Daher sollte man, während man die geerdete Heizung berührt,
 gleichzeitig auch eine blanke, leitende Stelle des PC-Gehäuses berühren,
 um es per Körperleitung auf Erdniveau zu bringen. Einzubauende
 Komponenten belässt man zunächst in Ihrer antistatischen Verpackung.
 Dann berührt man diese (leitende) Verpackung gleichzeitig mit der
 geerdeten Heizung. Dadurch müsste der Inhalt ohne Zerstörung auf das
 Erdniveau gebracht sein. Jetzt haben Mensch, Gehäuse und Elektronik alle
 das gleiche Erdniveau. Für die bei Mainboards beiliegenden
 Antistatikmatten gilt die selbe Vorgehensweise. Erst nach dem
 Potentialausgelich kann die Elektronik der Verpackung entnommen und
 weiterverarbeitet werden. Nach der Erdung sollte man natürlich nicht
 wieder 20m zurücklegen müssen, denn durch Teppichböden etc. lädt man
 sich wieder auf. Grundsätzlich schadet es auch nicht, die verwendeten
 Bauteile möglichst an den Kanten und nicht auf den Leiterbahnen
 anzufassen.

 Für den Potentialausgelich kann man zur Vermeidung seltsamer
 Verrenkungen auch ein im Handel erhältliches leitendes Armband nehmen,
 das per Draht mit Erde verbunden ist. Dieses Armband schützt somit auch
 vor unfreiwilliger Wiederaufladung. Aber _auf keinen Fall_ darf man so
 etwas selber basteln, indem man meinetwegen eine alte Armbanduhr mit
 Metallband mit einem Draht versieht und diesen per Schutzleiter oder
 per Heizung oder auch sonstiger niederohmiger Erdung auf Erdpotential
 bringt! Berührt man dann nämlich mal versehentlich einen 
 netzspannungsführenden Teil, vorzugsweise mit der anderen Hand, so
 braucht man anschliessend einen Bestattungsunternehmer. Die Erdung des
 Bastlers muss über einen sehr hochohmigen Widerstand erfolgen, welcher
 statische Aufladungen immer noch bestens ableiten kann, der aber
 gleichzeitig den über das Armband fliessenden Strom auf ungefährliche
 Werte begrenzt, wenn unser Bastler mal Phasenprüfer spielt.


 Beim Einbau braucht man grundsätzlich keine Gewalt anzuwenden, 
 lediglich Speichermodule (Kap. 12.3.3) und Kühler (Kap. 12.3.2)
 bereiten beim Einbau häufig etwas mehr Probleme. Alle anderen 
 Bauteile sollten sich relativ leicht einbauen lassen. Also: Wenn 
 etwas hakt sollte man nachschauen, _wo_ es hakt und nicht immer
 weiter Druck ausüben. 
 Eine weitere beliebte Fehlerquelle sind die Anschlüsse für 
 Flachbandkabel wie IDE- und Floppy-Steckplätze. Hier gibt es 2 
 Möglichkeiten, den Stecker aufzustecken. Oft hilft ein Blick ins
 Handbuch oder auf das Mainboard selber: wichtig ist die Stelle am
 Steckplatz, wo die Leiterbahn 1 liegt. Sie ist häufig mit einer
 kleinen "1" schräg über dem Steckplatz gekennzeichnet. Auf der 
 Seite, wo die 1 steht, muss die mit rot gekennzeichnete Leiterbahn 
 des Flachbandkabels liegen. Ausserdem haben die Floppykabel mehrere 
 Abgriffe. Dir Abgriffe vor der Kabeldrehung sorgen dafür, dass 
 angeschlossene Geräte automatisch zu Laufwerk "B:" werden, die
 Abgriffe hinter der Drehung (also am Kabelende) erzeugen ein 
 Laufwerk "A:", was i.d.R. korrekt sein sollte. 
 Wer verpolungssichere Kabel verwendet, die eine kleine Plastiknase
 am Stecker besitzen damit sie nur in einer Richtung eingesetzt
 werden können, erspart sich natürlich die Blicke ins Handbuch und
 auf das Board. 80-polige ATA/66, ATA/100 und ATA/133 Kabel sind
 i.d.R. genau so ausgeführt; hier ist lediglich zu beachten, dass
 der blaue Stecker des Flachbandkabels auf das Mainboard (oder auf
 den Controller) kommt und der schwarze Stecker an das Gerät
 angeschlossen wird.


 12.2 Wie wird ein Board befestigt?
 ==================================

 Früher gab es nur AT-Boards bzw. nur das AT-Layout für Mainboards 
 und Gehäuse. Dieser Standard wurde als Grundlage für eine neue 
 Spezifikation genommen, der ATX-Bauform (ATX = Advanced Technology
 eXtended). Ihr Hauptmerkmal ist das gegenüber AT um 90° gedrehte 
 Boardlayout und die neuen Stromstecker für die Stromzufuhr der
 Mainboards. "Micro-ATX" hat zu ATX keine Unterschiede im Layout,
 jedoch ist die Platine wesentlich kleiner und verbraucht so weniger 
 Platz im Gehäuse. Micro-ATX-Boards sind somit häufig billiger als 
 ihre großen ATX-Brüder.
 Ein Nachfolger für ATX ist auch schon in Sicht: Intel hatte schon
 mehrmals unter dem Codenamen "Big Water" die Entwicklung einer
 neuen Spezifikation angekündigt, nun wurde der offizielle Name
 bekannt gegeben: "Balanced Technology eXtended form factor", oder
 kurz "BTX". Erste Details dazu finden sich unter 
 http://www.anandtech.com/showdoc.html?i=1876
 
 Riser-Boards hingegen sind heute nur noch selten anzutreffen. Bei 
 den Riser-Boards wird auf dem Boden des Gehäuses nur eine sehr 
 kleine Platine aufgebracht, die nur wenige Funktionen übernimmt.
 Der Chipsatz selber und die Slots etc. liegen dann auf der 
 Riser-Karte, die in die Platine auf dem Boden des Gehäuses 
 gesteckt und somit mit ihr verbunden wird. Diese Konstruktion 
 erlaubt häufig auch ausgefallenere Gehäuse-Designs, jedoch lassen 
 sich diese Boards meist nicht in Standard-Gehäusen installieren.

 Aufgrund dieser Unterschiede in der Bauform sollte man schon vor dem
 Kauf eines Mainboards, eines Gehäuses oder eines Netzteiles darauf
 achten, dass dies mit den anderen Komponenten zusammenpasst. ATX und 
 Baby-AT bieten somit verschiedene Ausstanzungen auf den Boards. Das 
 Board wird mittels so genannter "Spacer" (Platzhalter) auf dem 
 Mainboardträger des Gehäuses angebracht, damit kein direkter Kontakt
 zwischen Board und Gehäuse besteht; andernfalls gäbe es unweigerlich
 einen Kurzschluss und das Board wäre hin. Die Spacer gibt es in den
 verschiedensten Ausführungen, häufig liegen den Gehäusen sogar 
 verschiedene Varianten der Spacer bei, z.B. Plastikspacer zum
 Fixieren und Kupferspacer mit Innengewinde ("Stud") zum
 Festschrauben. Beim Einbau werden erst die Studs in den
 Mainboardträger geschraubt. Anschließend wird das Motherboard darauf
 gelegt und mit Schrauben an den Studs befestigt. Manchmal muss unter 
 die Schraube eine Kunststofffeder gelegt werden, um keinen 
 elektrischen Kontakt zu nahe liegenden Leiterbahnen aufzubauen. Im 
 Zweifelsfall sollte hier das Handbuch des Gehäuses oder des 
 Mainboards Klarheit schaffen. 


 12.3 Montage/Demontage der einzelnen Komponenten
 ================================================

 Bei allen Installationsarbeiten ist der Rechner vorher von der 
 Stromversorgung komplett zu trennen!

  12.3.1 CPU
  ==========

  Die Installation der CPU selber, egal ob Sockel oder Slot, 
  ist i.d.R. relativ einfach. 

  Bei der Slot-CPU muss die CPU lediglich so lange in den Slot
  gedrückt werden, bis die dafür vorgesehenen Plastikklemmen
  einrasten. Die Slot-CPU kann durch eine asymmetrische Aussparung
  nicht falsch herum eingesetzt werden.

  Sockel-CPU´s werden in so genannten ZIF-Sockeln installiert, wobei
  "ZIF" für "zero insertion force", also "Installation ohne
  Kraftaufwand" steht - und das sollte man wörtlich nehmen! Falls 
  die CPU nicht widerstandslos eingesetzt werden kann, besteht die 
  Gefahr, dass die Pins unter der CPU sich verbiegen - adé CPU! Um 
  die CPU in den ZIF-Sockel einzusetzen, hebt man zunächst den Hebel 
  am Sockel aus der Verankerung bis zum Anschlag an. Dann setzt man 
  die CPU in den Sockel ein, bis alle Pins verschwunden sind und 
  die CPU Plan auf dem Sockel liegt. Wichtig: die Ecke mit Pin 1 ist
  i.d.R. abgeschrägt und zusätzlich auf der CPU mit einem Punkt
  versehen. Ist die CPU eingesetzt, wird der Hebel wieder bis zum
  Einrasten Richtung Board gedrückt - jetzt ist die CPU fixiert.


  12.3.2 Kühler
  =============

  Beim Montieren eines Kühlkörpers ist große Vorsicht anzuraten, da 
  man dabei nämlich leicht CPU und/oder Mainboard zerstören kann.

  Als Erstes sollte man den Rechner bzw. das Mainboard so hinlegen, 
  dass man den CPU-Sockel gut erreichen kann. Es empfiehlt sich
  immer, das Mainboard aus dem Gehäuse bei der Montage des Kühlers
  heraus zu nehmen. Hat man einen herausnehmbaren Mainboard-Träger
  im Tower oder kann durch eine Schublade das montierte Board 
  herausgenommen werden, so reicht dies meistens aus. Dann sollte
  man das Mainboard an einem gut beleuchteten Ort hinlegen (z.B.
  Küchentisch), wo man auch flach über das Mainboard schauen kann. 
  Damit kann man sehen, wie der Kühlkörper auf dem Prozessor
  liegt.

  Danach sollte hauchdünn (weniger als 0.1 mm Dicke - eine
  Stecknadelkopf große Menge genügt) Wärmeleitpaste auf den
  Prozessorkern (das Die) aufgebracht werden. Dies ermöglicht die
  beste Wärmeleitung. Falls man auf dem Kühlkörper bereits ein 
  Wärmeleitpad vorfindet sollte man dieses mit einer Kreditkarte 
  (oder ähnlichem) entfernen, dann mit Alkohol, Waschbenzin oder
  Aceton weiter "putzen" und dann auf dem Prozessor Wärmeleitpaste
  auftragen. Die normalerweise auf billigen Kühlern angebrachten
  Wärmeleitpads leiten die Wärme schlechter als Wärmeleitpaste,
  deswegen sollte ihr Einsatz vermieden werden. Hat man von der
  CPU den Kühler nach dem Betrieb einmal wieder entfernt, so sind
  auf jeden Fall Rückstände alter Wärmeleitpaste oder -folie zu
  entfernen.

  Danach sollte der Kühler FLACH aufgesetzt werden, denn hier 
  "zerbröselt" der Prozessorkern, wenn man den Kühler verkanntet. 
  Meiden sollte man jegliche Verschiebung, Drehung und das
  Einwirken von Kraft, die nicht senktrecht auf das Die wirkt. Bei
  CPUs von AMD existieren 4 Schaumgummi-Polster. Auf denen sollte
  der Kühlkörper jetzt weich aufliegen und noch nicht das Die
  berühren.

  Damit man bei der Montage den Kühlkörper nicht verkanten kann,
  was das Die zerstören würde, wird immer wieder ein "Spacer"
  empfohlen. Sein eigentlicher Zweck besteht in der Vereinfachung
  der Kühler-Montage; er ist nicht zum Senken der Temperatur
  gedacht und geeignet. Spacer haben aber ein Problem: Das Die wird
  nie völlig eben gefertig sein und auch dessen Höhe kann variieren.
  Somit kann, auch wenn der Spacer ideal eben wäre (was meist nicht
  der Fall ist - es sind eher gefährliche Verbiegungen zu 
  beobachten) der Spacer nicht garantieren, dass der Kühlkörper
  immer optimal auf dem Die aufsetzen kann. Damit entsteht ein 
  gefährlicher Luftspalt zwischen Kühlkörper und CPU, was ein sehr
  schnelles Ableben der CPU zur Folge haben kann. Bei Verwendung 
  eines Spacers ist es also besonders wichtig nach der Montage 
  genau nachzusehen, ob der Kühlkörper auf der CPU auch aufliegt -
  daher der "Küchentisch" als Montagestätte.

  Nun wird der Haltebügel des Kühlers zuerst auf der schwieriger
  zugänglichen Seite eingehängt. Um eine optimale Wärmeleitung zu
  erreichen ist ein hoher Anpressdruck nötig, diese Tatsache
  erschwert das Montieren stark. Um die zweite Seite des Haltebügels
  nun herunter zu drücken und einzuhängen sind oft Hilfsmittel
  nötig, wie z.B. Schraubenzieher. Die Gefahr des Abrutschens ist
  dabei groß, deshalb sollte ihr Einsatz möglichst vermieden werden.
  Falls man auf diese Hilfsmittel nicht verzichten kann sollte
  das Mainboards durch ein Stück Stoff oder ähnliches geschützt
  sein.

  Moderne (und schwere) Kühlkörper werden häufig anders montiert. 
  Diese Kühlkörper nutzen die 4 Löcher in den Mainboards zur 
  Befestigung. Eine Anleitung liegt diesen Kühlern in der Regel bei,
  wichtig ist dabei vor allem, dass man die Spacer in der richtigen
  Art und Weise verwendet, um das Board nicht zu beschädigen und um 
  die richtigen Abstände zu bewahren, damit der Kühler später optimal
  angepresst wird.

  Die Montage eines Kühlkörpers auf einem Celeron, Pentium III oder
  Pentium 4 Prozessor mit "integriertem heat spreader" (IHS) 
  gestaltet sich dagegen einfacher. Das Die kann nicht mehr durch
  Verkanten splittern, da es durch den IHS geschützt ist. Aufpassen
  sollte man nur darauf, dass der Lüfter nicht eine derart hohe
  Anpresskraft entwickelt, dass das Motherboard dabei _stark_ 
  durchbiegt. Es könnten Leiterbahnen zerreißen. Eine kleinere
  ("gesund aussehende") Durchbiegung ist bei der Montage des Pentium
  4 Kühlers aber normal. Sollte der Kühler das Board zu stark
  durchbiegen, ist die ein Grund für Garantieansprüche beim Kühler.
 
  Die meisten anderen CPUs von Intel, die noch im Handel sind, haben
  dagegen auch ein frei liegendes Die, wie die Prozessoren von AMD.
  Da sie aber die Schaumgummi-Polster nicht besitzen, ist hier noch
  größere Vorsicht bei der Montage anzuraten. Durch Verkratzen kann
  sehr schnell das Die beschädigt werden.

  Jetzt muss nur noch das Stromkabel des Lüfters am Mainboard 
  angeschlossen werden. Hier hilft ein Blick ins Handbuch, den häufig
  starten einige Mainboards nur, wenn das Tachosignal des Lüfters an
  einem bestimmten Anschluss anliegt.


  12.3.3 RAM
  ==========

  Wer mitdenkt, kann bei der Kühlermontage, wo das Motherboard frei
  und gut einsehbar liegen sollte, den RAM gleich mit montieren. Das
  erspart dem ungeübten Bastler Fummelei.

  Grundvoraussetzung für die Installation des Hauptspeichers ist das
  Vorhandensein der richtigen Speicherart. Was sich trivial anhört
  hat schon zu vielen Problemen geführt. Wer also nicht weiß, welches
  RAM ins Mainboard gehört, ob er die richtige Speicherart hat oder
  wie viel Speicher sein Mainboard verträgt, der sollte sich in
  dieser FAQ zunächst die Kapitel über Chipsätze (Kap. 2.1) und RAM
  (Kap. 8) ansehen. Auch für die Speichermodule gilt, dass sie
  grundsätzlich asymmetrische Aussparungen haben, weshalb sie nicht
  ohne Gewalt falsch herum eingebaut werden können. Außerdem sollte
  man bei RAM-Modulen immer im ersten Slot mit der Installation
  beginnen und erst dann die höheren Slot-Nummern belegen. Zudem ist
  das Mischen von 3.3V (DIMM) und 5V (SIMM)-Modulen i.d.R. nicht 
  gestattet! 

  Je nach Art der Speicherbausteine unterscheidet sich die 
  Installation etwas. Bei den älteren SIMM´s und EDO-RAM´s (60 oder
  72 Pin) wird das Speichermodul schräg (etwa 45° zum Slot geneigt) 
  im Slot angelegt (Vorsicht: nicht die relativ empfindlichen 
  U-Kontakte im Slot beschädigen!) und dann in die Vertikale gekippt, 
  bis beide Seiten in den dafür vorgesehenen Clips einrasten. 

  Bei Speicherbausteinen vom DIMM-Typ (SDRAM, DDR-RAM, RDRAM) wird 
  das Modul direkt vertikal (90° zum Board) angesetzt und dann 
  möglichst gleichmäßig soweit in den Slot gepresst, bis die
  Plastiklaschen in den Kerben des Speichermoduls einrasten. Dies 
  erfordert häufig etwas höheren Kraftaufwand; trotzdem sollte man
  noch einmal nachschauen, ob man das Modul nicht falsch angesetzt 
  hat, wenn das Modul sich nicht herunterdrücken lässt. Die Module 
  sind mit Kerben so codiert, dass sie nicht falsch herum installiert
  werden können. Sind die seitlichen Laschen eingerastet, ist die
  Installation erfolgreich.


  12.3.4 AGP/PCI
  ==============

  Diese Steckkarten gehen normalerweise sehr einfach einzubauen,  
  wenngleich dass komplette Hineindrücken beim AGP-Slot etwas 
  größeren Kraftaufwand erfordert. Das Installationsproblem liegt
  vielmehr häufig darin, dass die Karten nicht richtig eingesetzt 
  sind und dadurch beim Einschalten der Stromversorgung Schaden
  nehmen. Beim Einbau ist also darauf zu achten, dass die Kontakte
  der Karte komplett im jeweiligen Slot verschwinden, und dass die 
  Karte gerade im Slot sitzt. Meist sitzen die Karten an der 
  Gehäuseseite fest im Slot, aber auf der Seite zur Gehäusemitte
  hin steht die Karte aus dem Slot heraus. Einige Boardhersteller
  bieten aufgrund dieser Problematik mittlerweile Plastiklaschen an
  den AGP-Slots, die das Herausrutschen der Grafikkarte aus dem
  AGP-Slot verhindern sollen. Leider führt aber genau diese Lasche
  häufig dazu, dass die AGP-Karte aufgrund ihrer Bauform dann nicht
  mehr in den Slot passt! 
  Generell ist darauf zu achten, dass die Steckkarte auch wirklich
  im Slot sitzt und nicht nur das Blech von der Blende am Gehäuse
  aufsetzt und ein weiteres Hineinrutschen in den Slot verhindert.
  Hier hilft nur das Biegen des Slotbleches, denn es ist kein Weg
  bekannt, wie man das Motherboard "höherlegen" kann. Modernere
  Gehäuse sollten derartige Toleranzen nicht aufweisen.

  Außerdem gibt es auf einigen Boards AGP-Slots, die so kodiert sind,
  dass nur noch 1.5V-Karten und keine 3.3V-Karten mehr eingesetzt
  werden können. Alle AGP4X-Karten können im 1.5V Modus laufen. 
  Leider gibt es aber auch einige AGP2X-Karten, die sich 
  fälschlicherweise in Boards einbauen lassen, die nur noch 1.5V AGP
  können (alle i845, i850/E, i860, alle nForce, etc.) - und zerstören
  dabei Mainboard und sich selbst. Hier ist also besondere Vorsicht
  geboten!

  Auch bei PCI gibt es mittlerweile  verschiedene Standards, nämlich
  32Bit und 64Bit PCI. Diese unterscheiden sich aber bereits in der
  Bauform der Slots. Hier ist bereits beim Kauf der Karten oder des
  Boards darauf zu achten, dass sie wirklich in das System 
  installiert werden können! 32Bit-Karten passen zwar in die 64Bit-
  Slots, umgekehrt gilt dies aber nicht. Auch bei der Taktfrequenz 
  des PCI-Bus muss man aufpassen, dass man einen 66MHz-Bus nicht 
  durch eine 33MHz-Karte ausbremst.


  12.3.5 BIOS
  ===========
  
  "BIOS-Chip ziehen - ist das nicht gefährlich?"
  Ja, das ist es. Trotzdem können auch ungelernte Hobby-Bastler 
  selber einen BIOS-Chip ziehen, wenn sie die nötige Vorsicht walten
  lassen. Gesockelte ROM´s, zu denen auch der BIOS-Chip gehört, 
  sollten eigentlich nur mit Spezialwerkzeugen gezogen werden, 
  nämlich mit sog. PLL-Zangen. Diese sind aber sehr teuer, weshalb 
  es auch ein kleiner Schraubenzieher tun sollte. Es ist nur darauf 
  zu achten, den Chip gleichmäßig von _beiden_ Seiten aus dem Sockel 
  zu hebeln, damit die empfindlichen Beine der Chips nicht abgeknickt  
  werden. Bringt man hier die nötige Geduld auf, ist das Ziehen des 
  BIOS-Chips keine große Angelegenheit mehr. Beim Wiedereinbau eines
  BIOS-Chips ist unbedingt darauf zu achten, dass dies richtig 
  herum geschieht. Wird der Chip falsch herum aufgesteckt wird er im
  günstigsten Fall nur heiss - im Ungünstigsten ist er danach defekt
  und muss ebenfalls wieder ausgetauscht werden.




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